Nach Stille ist es die Musik, die am besten das Unbeschreibliche beschreibt.“
Aldous Huxley

Copyright 2018 Antje Terhaag

LaMusika

 

Es ist der Moment, wenn wir im Konzert sitzen und durch das unmittelbare Erlebnis der Darbietung die eigenen Gedanken verstummen. Wenn die Musik das Tor zu unserer Seele öffnet, wir im Augenblick verweilen und Zeit, Raum und Körperlichkeit ihre Bedeutung verlieren.

Die Schönheit der Musik schenkt uns völlige Entspannung oder durchströmt uns mit ihrer Energie. Die Härchen am Unterarm richten sich auf, vielleicht läuft eine Träne der Freude oder Ergriffenheit über unsere Wange.

Die Sehnsucht nach diesen emotionalen Musikmomenten ist Motivation und Kompass für LaMusika.

 

Die erste Begegnung

 

LaMusika ist die gemeinsame Firma ihres musikalisch technischen Spiritus Rektor Alfred Rudolph und seines Geschäftspartners Ingo Beenen. Es war einer dieser seltenen Sehnsuchtsmomente, der die beiden 1999 auf der High-End Messe im Hotel Kempinski bei Frankfurt zusammenführte: Ingo Beenen hatte auf einem langen Weg durch die Räume der Messe alles gehört, was an Testsiegern und großen Namen der Branche vertreten war. In den Vorführungen donnerten Yello oder japanische Trommeln, zupfelten Gitarren und sehr direkt aufgenommene kleine Ensembles. Audiophiles Zuckerwerk zumeist, häufig mit geringem Schwierigkeitsgrad und Risiko für die jeweilige Wiedergabekette oder geeignet, einen möglichst spektakulären Sound zu erzeugen.

Aber wo war in diesem Messetrubel nur die Musik geblieben? Wo entstand dieser Moment emotionaler Ergriffenheit oder pulsierender Energie, den wir spüren, wenn Komposition, künstlerischer Ausdruck der Musiker und klangliche Präzision und Natürlichkeit ihren Zauber entfalten? Es schien, das Wichtigste bei dieser Leistungsschau fehlte. Doch dann öffnete sich die Tür des Vorführraumes der Lautsprechermanufaktur Acapella. Was für ein Moment! Hier war nichts als Musik. Der ganze Raum war erfüllt davon. Es spielte ein Bläserensemble in einer Kirche. Die Klangfarbe und körperliche Energie der Instrumente, die feinen Abstimmungen des Halls der Kirche, der die Musiker zu begleiten schien, die Dimensionen des Aufnahmeraumes – alles fügte sich zu einem harmonischen Ganzen und einem unvergessenen Klangerlebnis.

Am Rande des Raums saß Alfred Rudolph, Chefentwickler und Gesellschafter von Acapella, auf seinem ledernden Klappstuhl. Die Augen geschlossen und in der Musik versunken. Das war die erste Begegnung zweier Musikbegeisterter. Sie wuchs über viele Jahre von einer Kundenbeziehung zu einer geschäftlichen Partnerschaft und Gründung von LaMusika im Sommer 2018.

Wer wir sind

 

Alfred Rudolph hat seit seinen Jungendjahren sein ganzes Leben der Musik und ihrer Wiedergabe gewidmet. Seit über 40 Jahren entwickelt und baut er als Teilhaber von Acapella hochwertige Hornlautsprecher, die Musikfreunde auf der ganzen Welt begeistern. In Deutschland zählte er als Mitbegründer der High End Society schon in den 80er Jahren zu den Wegbereitern des frühen Booms hochwertiger audiophiler Musikwiedergabe. Schon vor rund 30 Jahren entwickelte Acapella mit der Sarastro einen ersten zeitrichtigen Lautsprecher, der bis heute in räumlicher Darstellung und Auflösungsvermögen Maßstäbe setzt. Wie bei der Zeitrichtigkeit war Alfred Rudolph auch bei anderen Entwicklungen Vorreiter, die regelmäßig erst auf Skepsis stießen und später weite Verbreitung in der Branche fanden. Dazu zählte bereits früh die Fokussierung auf Stromversorgung und Signalkabel für die Musikwiedergabe und der schädliche Einfluss von hochfrequenten Resonanzen in Geräten und Bauteilen auf den Klang. Um diese Resonanzen aus den Geräten zu ziehen und zu dämpfen, wurden 1996 die Acapella-Basen und -Speedblöcke entwickelt. In den letzten Jahren war es insbesondere die Erforschung und Optimierung der Mechanik elektronischer Geräte, mit der er in neue klangliche Dimensionen vorgestoßen ist. Diese Erkenntnisse tragen auch maßgeblich zur klanglichen Qualität der LaMusika-Produkte bei.

 

Ingo Beenen war über Jahre hinweg zufriedener Acapella-Kunde und leidenschaftlicher Musikliebhaber. Seine berufliche Heimat hatte der Diplom Ökonom jedoch für fast 20 Jahre in einem internationalen Beratungsunternehmen. Erst mit der Gründung von LaMusika wurde seine private Passion auch zum beruflichen Inhalt. Während Alfred Rudolph bei LaMusika die Entwicklung und Produktion leitet, verantwortet Ingo Beenen die kaufmännischen Bereiche.

Was wir tun

 

LaMusika baut konsequent ganzheitlich konzipierte Musikanlagen. Es ist unsere Überzeugung, dass die Musik nur dann auf höchstem Niveau spielt, wenn das komplexe energetische Gesamtsystem „Musikwiedergabeorchester“ vom einfließenden Strom bis zur austretenden Schallwelle optimiert und aufeinander abgestimmt wurde. Erst diese Vorgehensweise erlaubt uns, Lautsprecher zu bauen, die radikal ehrlich sind. Die Schallwandler müssen nichts verdecken, überhöhen oder weichzeichnen, weil sie saubere und von störenden Resonanzen befreite Signale erhalten. Indem sie die Musik zeitrichtig wiedergeben, löst sich das Klangeschehen vollständig vom Lautsprecher, sie behalten mit ihrem blitzschnellen Impulsverhalten auch bei komplexer Musik den Überblick und ihr exaktes Ein- und Ausschwingverhalten zeichnet feinste Nuancen der menschlichen Stimme oder den Charakter akustischer Instrumente.

 

Während der Entwicklung unserer Produkte liefert uns die Messtechnik das solide Fundament an Kennzahlen, auf die die eigentliche LaMusika-Arbeit erst aufbaut: In monatelangen Hörsitzungen werden unsere Produkte gestimmt wie Instrumente. Und wie Klavierstimmer oder Instrumentenbauer verlassen wir uns dabei auf unsere Ohren und unsere Liebe zur Musik. Denn es gibt keine Messtechnik, die den Zauber einer Stradivari oder eines alten Steinways erklären kann.

 

Ein zentraler Aspekt unserer Arbeit ist die mechanische Optimierung von hochfrequenten Schwingungen und Resonanzen, die z.B. immer dann entstehen, wenn Bauteile von Strom durchflossen werden oder die Nadel eines Plattenspielers mit bis zu 70.000 Bewegungen in der Sekunde eine Schallplatte abtastet. Diese Schwingungen beeinflussen die Kennlinien elektronischer Bauteile und damit deren Leistungsfähigkeit. Die Entstehung mechanisch verursachter Resonanzen könnt ihr am Beispiel der Abtastung einer Schallplatte selbst nachvollziehen, wenn ihr sie mit ausgeschaltetem Verstärker abspielt und euer Ohr nah an den Tonabnehmer haltet. Was ihr hier an leiser Musik hört ist die Schallplatte selbst, die durch die Nadel zu Schwingungen angeregt wird. Das Vinyl wird quasi zur Lautsprechermembran. Der Tonabnehmer tastet bei seiner Fahrt durch die Rille sowohl die primären Musiksignale als auch die Resonanzen der Schallplatte ab und vermischt sie zu einem Signal mit Halleffekt. Dies verhindert, dass die volle Dynamik der Musik erscheint.

 

Erst wenn die verschiedenen Schwingungen und Resonanzen der gesamten Musikanlage harmonisiert oder abgeleitet wurden, können Musikaufnahme, Elektronik und Lautsprecher ihr ganzes Potenzial zeigen.

 

Ähnlich dem Instrumentenbau nutzen wir hierzu den klanglichen Einfluss verschiedener Hölzer wie Erle, Ebenholz oder Pistazie. Durch unterschiedliche Dichte, Struktur oder Harzgehalt hat jedes dieser Hölzer seinen individuellen und wiedererkennbaren Charakter. So trägt beispielsweise die Verwendung von Ebenholz zu einer erhöhten Transparenz und Attacke in der Musik bei, während Erle das musikalische Geschehen harmonisiert und räumlich erweitert. Der unterschiedliche Charakter der Hölzer lässt sich dabei immer wieder zuordnen. Unabhängig davon, ob daraus ein kleiner Keil zur Beruhigung von Platinen gefertigt wird, ein Tonarm oder eine Schallplattenklemme.