Musikus

 

Unser Musikus ist eine hochwirksame Plattenklemme und bewirkt eine deutliche klangliche Aufwertung von Plattenspielern jeder Preisklasse. Er ist das Ergebnis einer über 20-jährigen Entwicklungsarbeit, während der wir immer wieder gute Lösungen zu Gunsten weiterer Verbesserungen verworfen haben.

 

Über einem Klemmmechanismus aus Metall fertigen wir den Musikus in reiner Handarbeit aus europäischen Klanghölzern. Das handgedrechselte, samtig polierte und geölte Holz unterscheidet sich nicht nur haptisch wohltuend von industriell gefertigten Produkten, sondern erfüllt wie jedes Detail des Musikus vor allem einen klanglichen Zweck. Der Musikus kommt standardmäßig mit drei austauschbaren Holzknöpfen – die jeweils einen unterschiedlichen, klar zuordenbaren klanglichen Charakter haben. Durch den Austausch der Knöpfe setzt ihr die Musik unterschiedlich in Szene – je nach eigenen Hörgewohnheiten, Qualität der Aufnahme oder Charakter der Musikanlage. Der Klangeinfluss der Knöpfe changiert dabei zwischen analytisch/präzise und romantisch/warm oder direkt/nah und räumlich.

 

Wirkungsweise

 

Auf seiner Fahrt durch die Rille der Schallplatte wird der Tonabnehmer mit bis zu 70.000 mikroskopisch kleinen Ausschlägen in der Sekunde bewegt. Dabei entstehen ungeheure Kräfte, die auch das Vinyl zu Schwingungen anregen. Die Schallplatte selbst wird zum Lautsprecher. Das ist es, was man leise hört, wenn ihr bei ausgeschaltetem Verstärker mit dem Ohr nah an den Tonabnehmer geht. Mit ca. 2,5 km Schallgeschwindigkeit pro Sekunde jagt diese Energie chaotisch durch das Vinyl und der Tonabnehmer überträgt das primäre Signal aus der Rille, überlagert von dessen Echo-Schwingungen im Vinyl. Die Eindeutigkeit und Präzision des Musiksignals gehen verloren. Hier setzt die Wirkungsweise des Musikus an, der störende Resonanzen aus der Schallplatte ableitet, bzw. harmonisiert. Über den harten Dorn auf der Unterseite des Musikus werden die Schwingungen aufgenommen und einem kaskadischen Prinzip folgend durch die Basis des Musikus über einen definierten Kontaktpunkt bis in den auswechselbaren Knopf geleitet.

 

Der Einfluss der Klanghölzer

 

Bei akustischen, aber auch elektrischen Instrumenten (z.B. E-Gitarre oder E-Bass) haben die verwendeten Hölzer einen erheblichen Einfluss auf den klanglichen Charakter des Instruments. Der Korpus einer akustischen Gitarre aus Palisander klingt anders als einer aus Ahorn oder Fichte, gleiches gilt z. B. für den Body einer E-Gitarre aus Erle oder Linde. Ähnlich dem Instrumentenbau haben wir es auch beim Plattenspieler mit komplexen Systemen von Schwingungen und Resonanzen zu tun. Und wie ein Musiker sein Instrument je nach eigener Spielweise, musikalischem Genre oder persönlichem Geschmack auswählt, habt ihr mit den austauschbaren Holzknöpfen des Musikus jetzt auch die Möglichkeit, den Charakter der Schallplattenwiedergabe anzupassen. Was allen Knöpfen gemein ist, ist die Verbesserung des Klangbildes in Bezug auf Präzision, Detailreichtum und Transparenz. Die darüberhinausgehende Charakteristik der Hölzer ist bei der Verwendung am Plattenspieler ähnlich den Beschreibungen, auf die Instrumentenbauer in ihrem Handwerk verweisen.

 

Ahorn:

Eines der am häufigsten verwendeten Tonhölzer im Instrumentenbau, z. B. für Zupf- und Streichinstrumente oder Schlagzeugkessel. Mitteldichtes Holz (0,62 g/ccm) mit einem klaren Klangbild, fein definiertem Bass und brillanten Höhen. Im Charakter ähnlich dem Ebenholz, jedoch nicht ganz soviel Attacke.

 

Ebenholz:

Sehr feinporiges Holz, das mit einer Rohdichte von rd. 1,2 g/ccm schwerer ist als Wasser. Das Holz hat eine sehr direkte Ansprache und wird im Instrumentenbau z. B. für Holzblasinstrumente genutzt und kommt als Griffbrett klassischer Streichinstrumente oder als Steg bei Gitarren und Bässen zum Einsatz. Am Musikus verwendet bringt dich der Ebenholzknopf sehr nah ans musikalische Geschehen. Es scheint, als habe das Mikrophon bei der Aufnahme noch etwas näher am Musiker gestanden. Er produziert eine extreme Attacke, crispe Höhen und detaillierte Klangfarben. Aus vielen Hörsitzungen ging der Ebenholzknopf als Favorit hervor. Einige Hörer empfanden jedoch die Attacke schon als zu kräftig.

 

Erle:

Relativ leichtes und weiches Holz mit einer Rohdichte von rd. 0,55 g/ccm, das z. B. für Akkordeongehäuse oder für den Body von elektrischen Gitarren und Bässen zum Einsatz kommt. Wir schätzen an der Erle ihren obertonreichen, aber warmen Klang, der gut geeignet ist, digitalen Aufnahmen ihre Härte zu nehmen oder den typischen Schmelz von Streichern im Orchester zur Geltung zu bringen. Während uns andere Hölzer näher an das musikalische Geschehen heranrücken, kommt mit der Erle bei entsprechenden Aufnahmen besonders ein breiter und tiefer Raum zur Geltung.

 

Pistazie:

Das Holz hat eine relativ hohe Rohdichte von rd. 0,80 g/ccm und eine gradfaserige Textur. Ähnlich den in den Bergen oder in nördlichen Ländern gewachsenen Fichten, deren Holz das bevorzugte Material für Resonanzböden von Klavieren und Flügeln ist, wächst die Pistazie sehr feinjährig. Der klangliche Charakter der Pistazie beim Musikus liegt zwischen den Merkmalen von Ahorn und Erle.

 

Palisander:

Wird im Instrumentenbau gerne für Boden und Zargen hochwertiger Western- oder Konzertgitarren genutzt. Ebenso als Griffbrett und Steg. Hat ein sehr ausgewogenes Klangbild. Im Charakter ähnlich dem Ebenholz aber etwas dezenter.

 

Amboina Maser:

Amboina ist der Name der Knollen, die am Stamm einer aus Indonesien stammenden Art der Padouk Bäume wachsen. Die zwischen rotbraun und orangegelb changierende Knolle mit ihren kreisenden Faserbewegungen gehört zu den teuersten Hölzern der Welt. Als Knopf des Musikus verwendet, begeistert es uns mit einem sehr großen Raum und seinem wohlig orchestralen Klangcharakter.